Die selbsterfüllende Prophezeiung :: U20 belegt 3. Platz bei der NWDM

Die selbsterfüllende Prophezeiung :: U20 belegt 3. Platz bei der NWDM

Es kam wie ausgerechnet. Die U20 belegte nach 4 Siegen in 5 Spielen den undankbaren 3. Platz bei der Nordwestdeutschen Meisterschaft und verpasst so denkbar knapp die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Besonders ärgerlich ist dies selbstverständlich für die Jugendlichen des Jahrgangs 2007, für die dies das letzte Jugendturnier war. Dabei zeigten die jungen sehr gute Leistungen und mussten sich nur hinter dem USC Braunschweig und der SVG Lüneburg einreihen.

 

Bereits im Vorfeld haben wir darüber berichtet. Dass der NWVV sich einen neuen Modus überlegt hat und dabei die Zwischenrunde abgeschafft hat. Zusätzlich hat man die vier Gruppenköpfe im Vorfeld gelost, sodass klar war, dass der Erst- und Zweitplatzierte der SuperQuali (sollten sie nicht zufällig oder absichtlich verlieren) bereits im Viertelfinale gegeneinander spielen.

 

Die Reisegruppe der Tebus machte sich zum Großteil bereits am Freitag auf den Weg nach Osterode im Harz. Genauer nach Bad Sachsa, wo die Mannschaft und einige Eltern und Familien untergebracht waren. Auf dem Hinweg kam bereits der Anruf, dass Co-Trainer Sven Langenhorst ausfällt. Ein profaner Reifenschaden zwang ihn zum Verbleib in der Heimat. Vielen Dank an Alex und Olga Frese, die dann kurzfristig die Trikots und weiteres Material mit nach Osterode kutschierten.

 

Nach einem gemeinsamen Abendessen in Bad Sachsa - vielen Dank auch an Michaela und Rolf Schüttemeyer, die das gesamte Wochenende für die Verpflegung sorgten - widmeten sich die Jungs erneut Brawl Stars und Doppelkopf. Zeitig im Bett waren aber alle.

Das merkte man nach der Begrüßung am Samstag auch vom ersten Gruppenspiel an. In der Partie gegen TV Eiche Horn Bremen profitierten die Tebus auch von der Abwesenheit des „Go-to-guys“ der Bremer, da dieser mit der Jugendnationalmannschaft unterwegs war. Dem eindeutigen 25:14 und 25:13 stand somit nicht viel im Weg und es konnten die ersten personellen Alternativen getestet werden.

Noch besser gelang dies im zweiten Gruppenspiel gegen den Vertreter des Ausrichters vom SuS Tettenborn. Im Eiltempo gewannen die Laggenbecker Nachwuchsspieler mit 25:15 und 25:7.

 

Im Anschluss an die Gruppenphase wurden die Zweitplatzierten den Gruppensiegern für das Viertelfinale zugelost und so ging es noch am späten Nachmittag gegen den MTV Stederdorf. Auch hier konnte im zweiten Satz fleißig gewechselt werden und das 25:20 und 25:11 war nie gefährdet. Etwas ärgerlich, aber einen richtigen Härtetest gab es am Samstag nicht.

 

Dieser folgte am Sonntagmorgen. Wie befürchtet, ging es direkt gegen den USC Braunschweig, der sich am Vortag einen packenden ersten Satz gegen die TSV Giesen GRIZZLYS lieferte (26:24) und im zweiten Durchgang dann auch davon profitierte, dass der Zuspieler der Giesener verletzt ausschied (25:12).

Im Halbfinale war die Nervosität beider Teams von Beginn an deutlich. Zwischenstände gibt es nicht, da der Spielberichtsbogen bis heute noch nicht online ist. Aber nach einem zittrigen Start kamen die Tebus gut ins Rollen und gewannen überraschend deutlich mit 25:18 gegen den Favoriten aus der Löwenstadt. Doch im zweiten Satz machten sich Unzulänglichkeiten in der Annahme und im Blockspiel breit. Das nutzte der USC, kam seinerseits besser in Fahrt und gewann 25:20. Im Tie-Break war die Luft etwas raus und ein früher Rückstand ließ die Braunschweiger zum verdienten 15:9 davoneilen.

 

Somit war klar, dass es für den USC ins Finale und zur DM gehen würde und für die Tebus nur noch das Spiel um Platz 3 blieb. Nicht viel besser machte es da, dass ein Vertreter des NWVVs nach dem Spiel zu der tollen Partie gratulieren wollte. Das war nicht der Anspruch und auch wenn man an dieser Stelle klarstellen muss, dass das Finale zwischen Lüneburg (diese gewannen auch) und Braunschweig (mit etwas mehr Schwächen als zuvor) ein gutes war und beide Teams würdige Vertreter bei der DM sind, es dennoch ärgerlich ist, wenn man nach dem Spiel hört, dass es ein vorgezogenes Finale gewesen sei und man sich überhaupt die Frage stellen muss: Was wäre wenn? Nur durch eine Modusänderung. Bei der U20 in diesem Jahr hätte man bei vielen Teams keine Angst haben müssen, wenn sie weiterkommen, dass man einen Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft verliert. Dafür war die Leistung einfach zu gut und zu eng beieinander. Das Finale endete 34:32 und 25:22. Aber was ist, wenn das mal nicht der Fall ist, NWVV?

 

Im Vorfeld gab es dazu nur Aussagen von Verbandsseite, die diesen Modus ebenfalls als kritisch beurteilten. Warum dann?

Am Wochenende haben sich mehrere Vertreter der teilnehmenden Vereine zusammengeschlossen und werden ein entsprechendes Schreiben an den Landesverband aufsetzen.

 

Dies zur Erklärung, da uns mehrere Anfragen erreicht haben. Wir stellen aber nochmals deutlich klar: Braunschweig und Lüneburg sind würdige Vertreter bei der Deutschen Meisterschaft. Wir gratulieren beiden Teams (zu denen wir ein gutes Verhältnis haben) von Herzen (auch wenn die momentan bei dem ein oder anderen gebrochen sind) und wünschen viel Erfolg in Bliesen!

 

 

Ach ja, da war ja noch ein Spiel. Gegen den Oldenburger TB kam es im kleinen Finale zur Neuauflage des Finals des Vorjahres und des Spiels um Platz 11 bei der Deutschen Meisterschaft. Vor dem Spiel merkten bereits beide Coaches an, dass auch die die noch nicht so viel Spielzeit bekommen haben, diese jetzt erhalten sollen. Zudem schonten wir Robin Schüttemeyer, der Probleme mit der Schulter hatte und als Libero in die Partie ging.

In einer komplett veränderten Startformation ging der erste Satz mit 18:25 an den OTB. Den zweiten, nach erneuter Rotation, holten die Tebu Volleys mit 25:20.

Aus hängenden Schultern und trüben Gesichtern auf beiden Seiten des Netzes wurden langsam aber sicher wieder motivierte und ehrgeizige Blicke.

Der Tie-Break ging hin und her. Am Ende holte der OTB noch einen 3-Punkte-Rückstand auf und die Satzverlängerung musste herhalten. Dabei wechselten die Matchbälle. Erste zwei Matchbälle für die Tebus, dann einer für Oldenburg, Ausgleich, erneut einer Tebu, Ausgleich, dann wieder… und so weiter. Vier Matchbälle wehrten die Tebus ab und nutzten letzten Endes ihren achten! So ging der letzte Satz nicht bis 15, sondern 25. Das Finale lief gleichzeitig schon an, aber die Lautstärke kam von einem anderen Feld. Zuschauer und Spieler fieberten diesem Herzschlagfinale hinterher. Ein erneuter Dank geht an die Mannschaft aus Emden, die uns - schon fast traditionell - anfeuerte.

 

Ein großen Lob muss auch dem Ausrichter gelten. Die NWDM wurde von vorne bis hinten grandios geplant und durchgeführt.

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