

Damit hatte wohl in der Form kaum jemand gerechnet. Im ersten Saisonspiel der TERRA Tebu Volleys in der 2. Bundesliga ging es am heimischen Burgweg gegen die MLK Volleys Köln. Die Außenseiterrolle gefiel den Tebus aber erstaunlich gut und so setzte es die faustdicke Überraschung. Die Zuschauer der gut gefüllten Halle in Laggenbeck sahen einen 3:0-Erfolg ihrer Mannschaft.
Das Warten hatte am Samstagabend endlich ein Ende. Die 2. Bundesliga kehrte nach 10 Jahren zurück ins Tecklenburger Land. Gegen die MLK Volleys aus Köln konnte das Trainergespann Fischer-Gartemann noch nicht auf Max Frese und Andreas Rolleder (2. Herren) zurückgreifen. Zudem war Ole Sackermann noch nicht im Aufgebot und Yannick Kugel sollte vorerst geschont werden. Köln reiste hingegen mit vollem Kader an und so war nicht nur durch die gute letzte Saison der Gäste klar, dass die Rollen wohl klar verteilt sind.
Doch was dann folgte, ließ viele Zuschauer staunend zurück. Köln startete mit ihrem neuen Zuspieler Niklas Bach und dazu Kapitän Aaron Warneken, Sebastian Schnorr, Valters Lagzdins, Frederik Adams und Andreas Tins. Relativ früh übernahm Tim Burwitz die Liberoposition von Eike Hansen. Bei den Tebus gingen Paul Boss, Dusan Gmitrovic, Moritz Borken, Thomas Klein, Robin Schüttemeyer und Mario Helmich an den Start. Wie gewohnt wechselten sich Hannes Kinitz (Abwehr) und Jan Sackermann (Annahme) auf der Liberoposition ab. Bis unter die Haarspitzen motivierte drehte die Mannschaft um Zuspieler Paul Boss vom Start weg auf und ging früh mit mehreren Breaks in Führung. Der neue Trainer der Kölner Marc d’Andrea zog seine Auszeiten bei 5:9 und 10:19. Doch auch die Einwechslungen von Volker Zimmermann und Jonas Winterscheidt konnten die Laggenbecker nicht stoppen und so ging der erste Durchgang deutlich mit 25:13 an die Hausherren. Ein erster Jubelsturm fegte durch die Halle.
Der zweite Durchgang gestaltete sich zunächst etwas offener, aber die 3-Punkte-Führung nach einer kompletten Rotation brachte die TERRA Tebu Volleys erneut in eine komfortable Situation. Auszeitenmarker Köln: 6:10 und 11:17.
Mit dem 25:17 war die erste Überraschung des Tages perfekt: Ein Punkt sicher.
Doch Köln gab sich nicht einfach so geschlagen. Mit der Einwechslung ihren Youngsters Miguel Tavares im Zuspiel und Till Jonas Korreck auf der Diagonalen, kam mehr Elan ins Spiel der Gäste, die jetzt auch im Schnellangriff aktiver wurden.
So setzte sich die Mannschaft aus der Domstadt sich früh ab und führte schnell mit vier Punkten (5:9). Nach der einzigen Tebu-Auszeit des Tages wurde die Führung auf zwei bis drei Punkte eingeschmolzen, aber Köln hatte schon einen Fuß im vierten Satz, als der erste Ausgleich bei 13:13 erneut in einer Break-Führung der Gäste mündete. Erst bei 18:18 gelang es den Laggenbeckern die Gegner zu stellen und dann sogar zum 19:18 zu überholen. Der nächste Führungswechsel stand aber direkt ins Haus. Köln zieht auf 20:19 vor. Mit Thomas Klein im Aufschlag und einer wieder leidenschaftlich performenden SVC-Mannschaft, setzte es aber das Comeback in der Crunchtime. Auch der Kölner Diagonalwechsel bei 20:20 konnte das nicht unterbinden und somit wurde dieser bei 22:20 aus Tebu-Sicht auch wieder zurückgenommen. Das Momentum war wieder auf der Seite der Mannschaft von Lars Fischer, der sich nach der Partie erleichtert und glücklich zeigte: „Es lief noch nicht alles rund. Die Abstimmung war teilweise noch etwas hakelig, aber ich kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf für irgendwas machen. Die Einstellung war perfekt und ich bin sehr stolz darauf, wie sich die jungen Kerle präsentiert haben!“
Das 25:22 im letzten Satz sorgte dann für das 3:0 mit 75:52 Ballpunkten und damit dem Sprung an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Ist das momentan wohl absolut nicht aussagekräftig? Wahrscheinlich. Wird sich das schnell wieder ändern? Ziemlich sicher. Ist es aber dennoch erstmal ein schönes Bild? Auf jeden Fall!
MVP bei den Kölnern wurde Libero Tim Burwitz, der vor allem in der Abwehr spektakulär verteidigte und die Goldmedaille sicherte sich Dusan „Dule“ Gmitrovic, bei dem wir uns nicht sicher sind, ob er im Angriff überhaupt einen Fehler gemacht hat.
Wir danken allen Fans am Burgweg für diesen denkwürdigen Volleyballabend. Wir sehen uns in Essen!
Foto: Hardy Fischer